Foto: Bernd Franke

Kranzniederlegung würdigt Opfer eines der schwersten Grubenunglücke in Deutschland vor 155 Jahren

Am 1. Juli vollenden sich 155 Jahre seit dem Tage, an dem der Schreckensruf eines der schwersten Grubenunglücke in Deutschland die Bergarbeitergemeinde Lugau im Erzgebirge durcheilte. An jenem Montag, dem 1. Juli 1867, hatte sich auf der „Neuen Fundgrube“ ein folgenschwerer Schachtbruch ereignet. Mehr als einhundert Bergleute fanden einen qualvollen Tod.

Dieses Grubenunglück verkörperte eine bis dahin unbekannte Dimension im Hinblick auf die Gefahrenpotentiale des – besonders – Kohlenbergbaues. Es stellte zugleich die bisherige behördliche Aufsichtsführung sowie die Brauchbarkeit und den Umfang bestehender Sicherheitsvorschriften, aber auch und nicht zuletzt die (versicherungs-) rechtliche Absicherung der Arbeiter und ihrer Angehörigen in Sachsen und in den gesamten deutschen Ländern infrage – wenn solche überhaupt bestanden.

In kürzester Zeit erlangte das entstehende Lugau-Oelsnitzer Revier nationale Aufmerksamkeit. Der im Zuge der Industrialisierung aufstrebende Steinkohlenbergbau Sachsens wurde zu einem Brennpunkt juristischer, politischer und wirtschaftlicher, ebenso gesellschaftlicher und sozialer Fragestellungen. Die Katastrophe löste kurz- und langfristig nachhaltige Verbesserungen für die Arbeits- und Lebensbedingungen der (Berg-) Arbeiter in Sachsen aus und beförderte die Entstehung der Arbeiterschaft. Namen wie August Bebel, Karl Marx oder Friedrich Engels sind untrennbar mit dem Ereignis und dem von ihm bestimmten Veränderungen verbunden.

Am Freitag, den 1. Juli 2022 um 17 Uhr werden daher – wie es seit drei Jahrzehnten im fünfjährigen Abstand Brauch ist – das Museum des sächsischen Steinkohlenbergbaues und die Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers am Denkmal für die Opfer der Grubenkatastrophe an der Kreuzkirche in Lugau durch eine Kranzniederlegung nicht nur jener 101 Bergleute gedenken, denen die Katastrophe den Tod brachte. Vielmehr erinnern wir an alle, die den Gewinn der „Schwarzen Diamanten“ bei Unglücken und Unfällen mit ihrem Leben bezahlten.

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